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Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal e.G.

Bürgerenergie und EEG-Reform im Fokus – Gespräch mit MdB Johannes Wiegelmann

Wie lässt sich der Ausbau erneuerbarer Energien weiter voranbringen, ohne dass die Förderung dauerhaft zur finanziellen Belastung wird? Und wie können Bürgerenergieprojekte auch künftig verlässlich finanziert werden? Über diese Fragen hat sich die Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Johannes Wiegelmann ausgetauscht. Im Mittelpunkt stand die geplante Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2027.

Josef Keller, Vorstand der EGMKT, und Joachim Wolf, Aufsichtsrat der Genossenschaft, stellten zunächst die EGMKT und ihre bisherigen Projekte vor. Anschließend ging es um Energy Sharing, Netzentgelte, die Abregelung von Erzeugungsanlagen und die Finanzierung künftiger Projekte.

Johannes Wiegelmann machte deutlich, warum er eine Reform des EEG für notwendig hält. „Wir müssen uns die Zahlen anschauen, wenn wir über die Zukunft des EEG sprechen“, so der Abgeordnete. Der Bundeszuschuss zum EEG-Konto lag 2025 bei 16,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig gab es rund 575 Stunden mit negativen Strompreisen. Der Marktwert von Solarstrom lag bei 4,5 Cent je Kilowattstunde und damit bei etwa der Hälfte des durchschnittlichen Börsenstrompreises.

Für Johannes Wiegelmann zeigen diese Zahlen, dass das bisherige Fördersystem weiterentwickelt werden muss. Dabei gehe es nicht darum, den Ausbau erneuerbarer Energien auszubremsen. Vielmehr müsse die Förderung stärker an den tatsächlichen Marktbedingungen ausgerichtet werden.

Dabei müsse zwischen den verschiedenen Anlagen unterschieden werden. Große Freiflächenanlagen und Windenergie könnten sich zunehmend über den Marktwert des erzeugten Stroms tragen. Bei kleinen Photovoltaikanlagen auf Dächern spiele dagegen der Eigenverbrauch eine wesentlich größere Rolle. Eine Reform müsse diese unterschiedlichen Voraussetzungen berücksichtigen.

Die Vertreter der Energiegenossenschaft sehen im sogenannten Energy Sharing grundsätzlich wichtige Zukunftschancen, um erneuerbaren Strom stärker vor Ort zu nutzen. Gleichzeitig seien die derzeit hohen Netzentgelte ein erhebliches Hindernis für wirtschaftlich attraktive regionale Strommodelle.

Besonders intensiv diskutierten die Gesprächspartner über die geplanten Möglichkeiten zur Abregelung von Wind- und Photovoltaikanlagen bei Stromüberschüssen oder Netzengpässen. Die Genossenschaft sieht darin ein erhebliches Risiko für die Kalkulation neuer Projekte. Wenn nicht verlässlich abzuschätzen sei, wie viel des erzeugten Stroms tatsächlich vermarktet werden könne, werde es schwieriger, die Wirtschaftlichkeit langfristiger Investitionen darzustellen. Das betrifft nach Einschätzung der EGMKT auch die Finanzierung. Können künftige Einnahmen wegen möglicher Abregelungen nicht mehr belastbar kalkuliert werden, könne dies die Bereitschaft von Banken zur langfristigen Finanzierung entsprechender Projekte beeinträchtigen.

Johannes Wiegelmann will diese praktischen Erfahrungen der Energiegenossenschaft mit in die weitere politische Diskussion nehmen. Für ihn müsse die Reform beides leisten: die Kosten des Systems dauerhaft begrenzen und gleichzeitig Investitionen in erneuerbare Energien ermöglichen. Gerade deshalb sei der direkte Austausch mit den Akteuren vor Ort wichtig, der fortgeführt werden soll.

Die Energiegenossenschaft Main Kinzigtal eG sieht den Austausch mit Johannes Wiegelmann als wichtigen Schritt, um die praktischen Erfahrungen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Bürgerenergie stärker in die politische Diskussion einzubringen. Josef Keller bedankte sich ausdrücklich bei Johannes Wiegelmann, dass er sich die Zeit genommen hat, sich die derzeit geplanten Änderungen im Erneuerbaren Energie Gesetz aus Sicht der Genossenschaft anzuhören.

Josef Keller (Vorstand Energiegenossenschaft Mainkinzigtal eG)

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